Was ist „Ich bin wählerisch!“?

Das Herzstück des Projektes ist eine kostenlose mehrtägige Peer-Ausbildung von etwa 200 Jugendlichen aus 100 sächsischen Schulen ab Klasse 8, die sich freiwillig dazu entscheiden, vor der Landtagswahl 2019 einen 90-minütigen, interaktiven und multimedialen Workshop im Unterricht zu halten.

Es werden alle Schulformen einbezogen. Der Fokus liegt besonders auf weiterführenden und berufsbildenden Schulen im ländlichen Raum des Freistaates.

Mentoring erfahren die Jugendlichen durch Studierende gesellschaftswissenschaftlicher Fächer. Die beteiligten jungen Menschen erwerben inhaltliches Wissen, Methodenvielfalt sowie soziale und didaktische Kompetenzen, die sie an Gleichaltrige weitergeben.

Peer-to-Peer kurz erklärt:

Peer-Education bezieht sich auf das englisch Wort für gleichrangig bzw. Gleichaltrige/r und beschreibt ein Bildungskonzept, in dem Jugendliche in einem bestimmten Themenbereich so geschult werden, dass sie ihr neu erworbene Erfahrungen didaktisch aufbereitet an Jugendliche ähnlichen Alters weitergeben können.

Die Ziele des Projektes

Für eine mündige Teilhabe in einer demokratischen Gesellschaft ist die Auseinandersetzung auch mit extremistischen Ansichten unabdingbar – ohne dabei aber die Thematik zu vereinnahmen. Um den neben genannten didaktischen Prinzipien gerecht zu werden, werden innerhalb des Projekts „Ich bin wählerisch!“ alle potentiellen Bundes- bzw. Landtagsparteien in gleicher Weise thematisiert und offene Diskussionen angeregt. Dabei ist es von Bedeutung, nicht nur über vermeintlich allgemein bekannte Partei-Grundsätze zu diskutieren, sondern die Jugendlichen selbst an Parteiprogrammen arbeiten zu lassen.

Ziel 1: Kompetenztraining von Jugendlichen (Leadership-Training)

Das Erlernen und Anwenden didaktischer Methoden, Förderung der Meinungsbildung und Fähigkeit zur Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Standpunkten ist Ziel des Projektes. Die ausgebildeten Jugendlichen übernehmen dabei eine Leitungsrolle für andere Gleichaltrige.

Ziel 2: Wissensvermittlung an Jugendlichen

Eine jugendgerechte Vermittlung von Wissen zu politischen Strukturen und politischen Prozessen – besonders in Wahlzeiten steht im Fokus.

Ziel 3: Diskussionen auf Augenhöhe – Von Jugendlichen für Jugendliche

Es entstehen interaktive, zielgruppengerechte Bildungsworkshops von Jugendlichen für Jugendliche im Sinne der Peer-Education. Diese sind geprägt von einem respektvollen Miteinander im Klassen-/Workshopraum.

Ziel 4: Einbezug digitaler Bildungsformate

Das Projekt setzt sich auf die stringente Einbeziehung der digitalen Medien als Lebensweltfaktor des Jugendlichen. Dies geschieht sowohl durch technische Arbeitsmittel als auch durch das Erstellen von digitalen Inhalten.

Ziel 5: Zusammenarbeit schulischer und außerschulischer Strukturen

Vernetzung von Schulen, Schulsozialarbeit und Lehrkräften mit außerschulischen Bildungseinrichtungen und Projektträgern.

Der Beutelsbacher Konsens:

Das Projekt ist dem didaktischen Prinzip des Beutelsbacher Konsens verpflichtet.

 – Überwältigungsverbot

 – Kontroversität

 – Interessenorientierung